Blinde Kinder im Zeltlager

liegt angebunden in einem Zelt.
Auf dem noch vorhanden Augapfel hat
sich ein eitriger Zapfen gebildet.

Der Versuch den blinden Jungen links zu fotografieren,
bleibt von den anderen Kindern nicht lange unbeobachtet.
Berichte und Bilder aus meiner Zeit in Pakistan im Februar und März 2006.
Auf dem noch vorhanden Augapfel hat
sich ein eitriger Zapfen gebildet.
Der Versuch den blinden Jungen links zu fotografieren,
bleibt von den anderen Kindern nicht lange unbeobachtet.
Heute fuhren Mushtarq (Kamrans Jugendfreund), Zeeshan, Kamran und ich auf zwei Motorraedern in Richtung Indus. Die Breite des Flusses, welcher bei Flut riesige Landstriche unter Wasser setzt, beeindruckte mich sehr. Noch mehr war ich aber von den Menschen beeindruckt, die Ihr Leben am Indus verbringen. Da waren Arbeiter in Ziegelsteinfabriken, die fuer das Formen von 1000 Ziegelsteinen am Tag 200 Rupies, ca 3 Euro erhalten. Wir trafen auch eine Familie, die gerade an einem Teppich webte, fuer dessen Fertigstellung sie ueber einen Monat brauchen. Er wird dann fuer ca. 8000 Rps von einem Haendler aufgekauft. 5 Familienmitglieder, auch kleine Kinder, sitzen somit fuer einen Tageslohn von weniger als 1 Euro den ganzen Tag vor der Webmaschine.
Am Donnerstag waren Kamran, Sohel und ich nach einem Fruehstueck bei Sohels Familie den ganzen Tag in Lahore unterwegs. Die Innenstadt von Lahore ist mit Abgasen so verschmutzt, dass der Himmel nicht zu sehen war. Ich hatte einige Zeit Probleme beim atmen. Nach einer Weile schien sich meine Nase und meine Lunge aber an die Luftverschmutzung gewoehnt zu haben. Wir besuchten ein National Denkmal, einen Turm namens “Pakistan Resolution”. Im umgebenen Park lagen viele Menschen herum. Dies tun viele den ganzen Tag, da sie keine Arbeit haben. Oft ernaehrt ein Familienmitglied 10 weitere Personen mit. Das riesige Lahore Fort und die wunderschoene Batshahi Mosche aus den 16. Jahrhundert liessen mich auf die Bluehtezeit des Islam in dieser Region schliessen. Abends waren wir noch auf einigen Maerkten und kosteten von allerlei Delikatessen. Bettler, vor allem Krueppel findet man an vielen Ecken. Eine alte Frau die auf einem Bordstein schlief erschuetterte mich besonders. Sie verharrte beim Beginn unseres Spaziergangs in der selben Postion, wie einige Stunden spaeter, als wir zurueck kamen. Um Mitternacht ging unser Bus vom Busbahnhof Richtung Layyah. Dieser Bahnhof verkoerperte das Chaos dieser Stadt am deutlichsten. Selbst mit Kamrans Hilfe, der sich hier etwas auskannte haben wir unserern Bus fast nicht gefunden. Es gibt dort KEINERLEI ersichtliche Ordnung. Die 6 Stunden dauernde Busfahrt war ein Erlebnis fuer sich. Der Busfahrer fuhr in einer Art und Weise ueber die huckeligen Pisten, dass ich, obwohl totmuede, kein Auge schliessen konnte. Nach der Ankunft wurden wir herzlich von Kamrans grosser Familie empfangen. Ich fuehle mich hier sehr wohl. Sein aeltester Bruder Sulfikar hat mir schon sein Hochzeitsanzug geschenkt. Morgen werden wir mit Kamrans Bruder Sichan und einem Freund zum Indus fahren um Bauern bei der Arbeit zu fotografieren.
Gestern ging es um 11.20 Uhr MEZ von Frankfurt mit dem Flieger ueber Bahrain und Muscat nach Lahore. Angekommen sind Kamran und ich heute 7.30 Uhr Ortszeit (3.30 Uhr MEZ). Erwartet wurden wir von Kamrans Freund Sohel. Er arbeitet als Programmierer in Lahore, verdient um die 15000 Rupies (ca. 215 Euro) und zaehlt damit zu den Besserverdienern in Pakistan. Sowie ich im Moment herumlaufe (eben westeuropaeisch), falle ich auf wie ein buntes Huhn. Wo ich auftauche, verfallen die Menschen in regelrechte Blickstarren.
Bald ist es soweit.